Digitalisierung, digitale Transformation, Web 4.0... alles Begriffe, die für, von technischen Entwicklungen getriebene Veränderungen, stehen.

Diese Veränderungen betreffen alle Unternehmen, denn der Markt wird immer härter und die Kunden immer anspruchsvoller. Egal ob groß oder klein, alle Unternehmen sollten sich mit diesen Themen auseinander setzen.

 

Wie sieht es aber denn mit den kleinen Unternehmen aus?

Verfügen sie über genug digitale Kompetenzen, vor allem im Marketing, um in einem umkämpften Markt Kunden richtig anzusprechen und diese dadurch für sich zu gewinnen? 

 

Digitale Kommunikation oder Online-Marketing ist eine der wichtigsten Bereiche im Rahmen der digitalen Veränderungen. Warum ist das so?

 

Das Kundenverhalten hat sich in den letzten Jahren rasant verändert und diese Entwicklung wird sich in den nächsten Jahren noch weiter verstärken. Der Markt wird nicht mehr von den Anbietern, sondern von den Nachfragern bestimmt. Deren Ansprüche und Erwartungen müssen erfüllt werden. Werde diese von einem Unternehmen erfüllt, stehen schon zig andere in der Reihe, und mit Sicherheit ist da eines dabei, welches die Nutzer-Bedürfnisse erkennt und entsprechend agiert.

Die Art und Weise wie Unternehmen mit ihren Kunden kommunizieren hat sich dadurch grundlegend verändert. Transparenz, Authentizität und Klarheit sind gefragt. Kunden erwarten einen echten Mehrwert präsentiert zu bekommen, weit weg von übertriebenen Werbebotschaften. Die von den Unternehmen ausgehende "One-Way-Kommunikation" gehört zum Großteil der Vergangenheit an, der Kunde von heute erwartet einen Dialog. Digitale Kommunikation kann das alles bieten. Der Dialog mit den Kunden kann einfach über die verschiedenen Kanäle geführt werden und schnelle Reaktionszeiten sind gewährleistet. Unternehmen können ihre Informationen aktuell und schnell verbreiten, dadurch ist der Kunde im besten Fall immer auf dem neusten Stand und kann sich entsprechend fundiert Expertise einholen.

 

In Deutschland gibt es mehr als 2 Mio. kleine Unternehmen.

Unter ihnen findet man in Sachen Digitalisierung jedoch große Unterschiede: Start-Ups sind meist digital komplett auf der Höhe - die Gründer sind in den häufigsten Fällen digital Natives, die keine andere Art der Kommunikation kennen.

Dagegen sind klassische und traditionelle Kleinbetriebe, wie aus Handwerk oder Gastro, in den meisten Fällen weit davon entfernt, die Vorzüge des Internets und der digitalen Kommunikation für sich zu nutzen. Viele Inhaber wissen zwar um der Bedeutung der digitalen Transformation, sind aber in der Praxis weit davon entfernt die digitalen Themen anzugehen. Vielerorts hört man immer noch die Meinung, dass man als kleines Unternehmen den "ganzen Zauber" nicht braucht - die Bedeutung der digitalen Veränderungen für den eigenen Geschäftserfolg, vor allem in Zukunft, werden nicht realisiert. 

Oft fehlt es an Wissen, Menpower und den nötigen finanziellen Mitteln dieses Thema nachhaltig im Kleinunternehmen voranzutreiben. 

 

Die Möglichkeiten des Digitalen Marketings werden in den Kleinunternehmen meist nicht genutzt.

 

Eine Studie von 1&1 hat die Gruppe der Kleinunternehmen in Deutschland genauer beleuchtet. Die meisten Unternehmen sehen ihren Erfolg nicht in einer guten Kommunikation nach außen begründet, sondern zu 95% in ihrer guten Arbeit und den damit zusammenhängenden persönlichen Weiterempfehlungen.

Als Akquiseinstrument wird die Webseite von weniger als der Hälfte der Unternehmen gesehen. Die Mund-zu-Mund-Propaganda ist das meist genannte Instrument zur Gewinnung von Neukunden.

Das Marketingbudget wird in den wenigsten Fällen für die digitale Kommunikation verplant. Oft bestehen die einzigen digitalen Maßnahmen in Einträgen in Online-Branchenverzeichnisse. Webseiten sind zum Teil steinalt und erinnern im Layout an alte, verstaubte Auslagen in Krämerläden aus vergangenen Zeiten. Kunden, die auf diese Seiten kommen, finden keine brauchbaren Informationen. Von mobiler Optimierung erst gar nicht zu sprechen. Und das obwohl 54% der Befragten eine professionelle Webseite als Kommunikationsinstrument wichtig finden und für 31% die Werbung über Suchmaschinen ein wichtiger Bestandteil der Werbung ist. Hier klaffen Theorie und Praxis der Digitalisierung eindeutig auseinander.

 

Alles andere ist wichtiger als digitales Marketing

 

Leider sind für viele Unternehmen Investitionen in digitale Verwaltungslösungen für die Buchhaltung oder das Kundenbeziehungsmanagement (CRM) immer noch wichtiger als digitale Marketingmaßnahmen. Die Befragung zeigt, dass es zwar ein Bewusstsein für die digitalen Veränderungen in den Unternehmen gibt, dennoch verlassen sich die meisten Unternehmen immer noch auf Weiterempfehlungen. 

Und darin liegt das Problem. Das was jetzt noch in der" realen Welt"  funktioniert, nämlich als Mund-zu-Mund-Propaganda, wird über kurz oder lang fast ausschließlich über Online-Medien gehandhabt werden. Nicht nur, dass der Wettbewerb aus dem Internet weiter zunimmt, für die kommenden Generationen sind die Errungenschaften der Digitalisierung ganz selbstverständlich, sie sind digital Natives.

Und das Verbraucherverhalten hat sich jetzt schon stark gewandelt: das Netz ist die erste Adresse, wenn es um Recherche und Informationen für Angebote aller Art geht. 

 

Was können vornehmlich Kleinunternehmen tun, um mit der digitalen Entwicklung Schritt zu halten? 

 

Hier finden Sie einfach zu realisierende Tipps für die ersten wichtigen Schritte in Richtung digitaler Transformation:

 

1. Nutzen Sie Impulse der nachfolgenden Generationen

Großes Potenzial für die Digitalisierung bei Kleinunternehmen birgt die nachfolgende Generation im Unternehmen. Diese Generation ist mit dem Internet aufgewachsen und gewohnt, dass sich Technologien schnell weiterentwickeln und es immer wieder neue Trends gibt. Nutzen Sie diesen "digitalen Wind" für Ihr Unternehmen - beziehen Sie diesen ungezwungenen Umgang der nachfolgenden Generationen mit den "neuen Medien" in Ihr Unternehmen mit ein; schaffen Sie dadurch eine Verbindung zwischen der Offline- und Online-Welt und lassen Sie zu, dass dadurch die die digitale Transformation vorangetrieben wird.

 

2. Durch eine professionelle Webseite werden gleich zwei Offline-Formate abgedeckt

Überlegen Sie sich welche Offline-Format Sie bereits nutzen und übertragen Sie diese Instrumente auf digitalen Formate: Visitenkarte und Unternehmensbroschüre oder Flyer - nahezu jedes Unternehmen verfügt über diese Produkte. 

Der Vorteil der digitalen Kommunikation: Ihre Webseite übernimmt gleich mehrere Funktionen - einerseits ist sie Ihre digitale Visitenkarte, gleichzeitig aber auch Ihre Info-Broschüre. Wichtig ist hier, dass Sie immer aktuelle Informationen auf Ihrer Seite haben und auch im Layout kleine Veränderungen einpflegen. Denn nicht nur die Suchmaschinen schauen auf "lebendige" Webseiten, sondern auch Ihre Kunden. Denn alte Informationen und ein über Jahre gleiches Layout vermitteln Ihren Besuchern kein gutes Bild von Ihrem Unternehmen. Das aus so einem "ersten Einruck" dann Rückschlüsse auf die Qualität Ihrer Arbeit gezogen werden, können Sie nicht verhindern. 

 

3. Gute und aktuelle Inhalte halten Ihre Kunden bei der Stange

Qualitative hochwertige, lebendige und aktuelle Inhalte werden von den Nutzern geradezu aufgesaugt. Heutzutage sucht jeder zuerst im Netz. Egal zu welchem Fachgebiet, Informationen findet man im Internet. 

Haben Sie nun Ihre Inhalte so aufbereitet, dass sie so interessant sind, dass die Suchenden bei Ihrem Angebot "hängen bleiben", dann haben Sie schon einen sehr großen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Denn wenn den Menschen etwas gefällt, dann werden sie viel leichter zu Ihrem Kunden oder Fan. Und diese positive Erfahrung teilen sie auch in den digitalen Medien. Positive Bewertungen und Weiterempfehlungen erfolgen dann auf diesem digitalen Weg.

Schaffen Sie die Möglichkeit, dass Sie Ihre Inhalte auch über andere Medien, wie zum Beispiel Newsletter zu Ihren Interessenten bringen. Dadurch platzieren Sie sich als Experte für Ihr Thema und bringen sich immer wieder in Erinnerung. Ihr Angebot und Ihr Unternehmen bleiben im Bewusstsein haften.

Fokussieren Sie sich auf Ihre Zielgruppe

Wichtig ist, dass Sie sich Gedanken zu Ihrer Zielgruppe machen. Inhalte sollten generell immer auf die Bedürfnisse und Wünsche Ihrer Nutzer ausgerichtet sein - nur wenn diese einen Mehrwert bieten, haben Sie eine treue Anhängerschaft.

Skizzieren Sie Personas und erarbeiten Sie sich entsprechende . Dann wissen Sie genau wo und wie Sie kommunizieren müssen.

4. Nutzen Sie die vielfältigen Möglichkeiten im Netz sich darzustellen

Im Gegensatz zu den Offline-Medien haben Sie im Internet die Möglichkeit sich in allen relevanten Bereichen als Experte zu platzieren. Eine Online-Kampagne hat den Vorteil, dass Sie schon mit wenig finanziellem Einsatz erfolgreich aufgesetzt werden kann. Überlegen Sie sich wo sich Ihre Zielgruppen bewegen (Customer Journey) und welche Themen diese Gruppen interessieren. Beleuchten Sie dann Ihre Vorteile und interessante Themen in den entsprechenden Kanälen. Am besten Sie machen das strategisch mit einem . Mit etwas Zeitaufwand ist dieser Plan recht schnell erstellt. Natürlich können Sie sich auch für den Anfang externe Hilfe dazu holen. Impulse von außen können ziemlich inspirierend sein!

 

5. Treten Sie in einen Dialog mit Ihren Kunden und verbessern so die Kundenbindung 

Weiterempfehlungen und gute Kritiken sind zum Beispiel bei Hotelportalen schon lange Usus. Dieses Instrument und die Erfahrung daraus können Sie ebenfalls für sich nutzen. 

Geben Sie Ihren Kunden die Möglichkeit sich im Internet zum Beispiel über die sozialen Medien mit Ihnen auszutauschen. Lassen Sie Meinungsäußerungen zu und reagieren bedacht bei Kritik. Sie können mit wenig Aufwand Tools installieren, die es Ihnen ermöglichen Kommentare zu Ihren Produkten oder Texte mit Schlüsselbegriffen zu verfolgen ( z.B. das kostenlose Google Alerts).

 

6. Behalten Sie den Überblick über Ihre Besucher

 Ein weiterer Vorteil einer Webseite gegenüber von Printmedien ist der, dass Sie die Möglichkeit haben, täglich auszuwerten wie sich die Besucher auf Ihrer Webseite verhalten haben. 

Dadurch können Sie genau sehen, ob den Besuchern Ihr Content gefällt. Denn gefällt diesen was sie sehen, bleiben sie länger auf Ihrer Seite und rufen mehrere Unterseiten auf. Gefällt es ihnen nicht, dann ist ihre Absprungrate hoch (Bouncerate).

Auf Basis der Auswertungen haben Sie die Möglichkeit Ihre Inhalte zu optimieren und entsprechen anzupassen. Das wohl bekannteste und kostenfreie Tool ist hier Google Analytics. Es gibt noch viele weitere Anbieter, die meisten allerdings nicht kostenfrei. 

 

7. Wichtig ist, dass Ihre Webseite auf allen Bildschirmen richtig dargestellt wird

Heutzutage gibt es unzählige Bildschirmgrößen - von der Apple Watch bis zum riesengroßen Bildschirm. Die Nutzer sind es mittlerweile gewohnt, dass sie immer und überall auf die Suche gehen können. Das dafür meist genutzte Gerät ist das Smartphone. Deshalb ist es wichtig, dass alles was Sie im Internet tun, auch auf den Endgeräten entsprechend optimiert dargestellt wird. Denn ist die Darstellung nicht nutzerfreundlich (schlechte ), verlassen Ihre Kunden schnell wieder Ihre Webseite. In vielen Fällen kommen sie dann auch nicht mehr wieder, denn nur einen Klicke weiter findet sich vielleicht ein anderer Anbieter, der keine Hindernisse auf seiner Seite hat. Auch kleine Webseiten können das umsetzen. Als kostengünstige Lösung gibt es unzählige Vorlagen, sogenannte Templates. Diese müssen Sie nur noch mit Ihren Inhalten befüllen und schon haben Sie eine moderne und ansprechende Webseite. Zudem sind die meisten Templates mittlerweile so programmiert, dass sie sich an der Endgeräte entsprechend anpassen. 

 

Zusammenfassend kann man sagen: mittlerweile gibt genug kostengünstige Möglichkeiten sich im Medium No1 interessant und kundenfreundlich darzustellen. Verschenken Sie nicht das Potential, dass sich dort bietet Kunden für sich zu gewinnen und lassen Sie es nicht zu über kurz oder lang angehängt zu werden.

 

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